Zukunftsstadt Phase 1

 

Ideen, Ziele, Maßnahmen

Das Ziel einer nachhaltig sozial-ökologischen Positionierung der Stadt Bocholt erfordert ein konstruktives Zusammenspiel von „solider“ und „innovativer“ Stadt.

Die Zukunftsvision „Atmendes Bocholt 2030+“ unterstellt, dass eine Stadt auch in Zukunft nur dann „atmet“, wenn sie die Kreativität der Akteure der Zivilgesellschaft erschließt und in einem gestaltenden Entdeckungsprozess mit der Politik und Verwaltung nutzt. Dabei spielen die Bürger der Stadt sowie die vielen Organisationen des dritten Sektors und der Wirtschaft sowie Hochschulen eine zentrale Rolle. Die Wissenschaft begleitete den Prozess, nahm dabei die globalen Trends in den Blick und trug zur Schaffung neuer Rahmenbedingungen und Interventionspotentialen bei.

Ergebnisse

Die Zivilgesellschaft wurde über verschiedene Medien und Veranstaltungen aktiv am Zukunftsdialog beteiligt, u. a. wurden vier Workshops durchgeführt. Handlungsbedarfe wurden in den folgenden 5 Bereichen identifiziert:

  • „Wirtschaft/Internationalisierung“,
  • „Bildung/Qualifizierung“,
  • „Lebensqualität/neue Urbanität/Quartier“,
  • „Kommunikation“ und
  • „Mobilität/Infrastruktur“.

Für diese Themenbereiche wurden in der zweiten Phase Fokusgruppen gebildet, die konkrete Handlungsansätze erarbeiten. Diese wurden zu einem umfassenden Handlungskonzept „Atmendes Bocholt 2030+“zusammengeführt und systematisiert. Konkrete Erfolge gab es bereits beim Thema „Internationalisierung“.

Eine Phase 1 abschließende Zukunftskonferenz hat die Weichen für die weitere systematische Bearbeitung gestellt.

Videos der ersten Phase „Zukunftsstadt Bocholt 2030+“

Zukunftsstadt 2.Phase

Die Zielsetzungen der 2. Phase wurden unter dem Slogan „von der Vision zum Konzept“ zusammengefasst und bestanden darin, die Ideen der Vision aus den 1.Phase und die Ergebnisse der Workshops zu den identifizierten strategischen Handlungsfeldern wie Bildung und Lernen, Lebensqualität und Gesundheit u.a. in experimentellen und explorativen Reallaboren hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und Wirkung zu testen.

Während der 18-monatigen Projektlaufzeit wurde die Vision „Atmendes Bocholt 2030+“ mit wissenschaftlicher Unterstützung und unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie weiterer zivilgesellschaftlicher Akteure zu einem Planungs- und Umsetzungskonzept weiterentwickelt. Hierzu wurden die bestehenden Ansätze der einzelnen Entwicklungsschritte konkretisiert, weiterentwickelt und in der Gesamtstrategie zusammengeführt.

Experimentelle Reallabore

Im Bereich Lebensqualität, Gesundheit, körperliche Aktivität und Gesundheit wurden 3 wissenschaftliche Tagungen im Jahr 2017 durchgeführt:

  • „Aktives Altern im Quartier“ – Senioren und ihre Teilhabe an der Stadt: Bewegung und körperliche Aktivität als Prävention und Rehabilitation; Erkenntnisse der Grundlagenforschung im Bereich „Bewegung, Kognition und Demenz“ (Prof. Hollmann, Prof. Schneider, Deutsche Sporthochschule Köln)
  • „Bewegung fängt an der Haustür an“ – Bewegungsmöglichkeiten im Nahbereich von Wohnungen als Grundlage von Gesundheit (Prof. Froboese, Deutsche Sporthochschule Köln)
  • „Fit und Cool“ – Sport und Bewegung von Jugendlichen im Sozialraum unter Perspektiven der Trendsportentwicklung und veränderter Jugendkultur in den urbanen Sozialräumen (Prof. Michels, Prof. Deinet, Hochschule Düsseldorf).
  • Im Bereich Internationalisierung der Wirtschaft wurde u.a. eine „Junge Uni“ in Zusammenarbeit zwischen Westfälischer Hochschule und ihrer Fördergesellschaft und der Stadt Bocholt realisiert.
  • Die Internationalisierung der Wirtschaft wurde durch die Verstärkung des Deutsch-Niederländischen Netzwerkbüros weitergeführt.
  • Ein interaktiver Straßenatlas der Zukunftsaktivitäten in der Stadt visualisiert die Maßnahmen der Stadt auf diesem Gebiet. Er wird kontinuierlich um innovative Maßnahmen ergänzt.

 

Planungszellen

Finaler End- und Schwerpunkt der beiden ersten Phasen des Projekts „Zukunftsstadt“ war im November 2017 die Durchführung eines Planungszellen-Verfahrens als einer systematischen Form von Partizipation. Repräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern wurden die Ergebnisse der Phasen 1 und 2 zur Zukunftsstadt Bocholts zur Diskussion und Bewertung in zwei parallellaufenden Planungszellen vorgelegt. Die Einrichtung eines Zukunftsbüros und die Weiterführung entsprechender Beteiligungsformate in der Zukunft waren das mit Abstand wichtigste Ergebnis aus allen Planungszellen.

Bürgergutachten

Das Bürgergutachten, das in diesem Rahmen entstand, wurde dem Bürgermeister der Stadt, Peter Nebelo, am 2. März 2018 im Rahmen einer stark besuchten öffentlichen Veranstaltung überreicht. Allgemeiner Konsens bestand darin, dass der begonnene systematische Good-Governance-Prozess nunmehr auf Dauer gestellt und ausgeweitet werden soll.

Zukunftsrat

Um die Kontinuität der Partizipation sicherzustellen und eine Kultur des Miteinander zu stärken, wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern 10 Personen zu Zukunftsräten gewählt. Diese Gruppe wurde ergänzt durch Stakeholder aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Der Zukunftsrat befasste sich mit den Aufgaben eines Zukunftsbüros, der Rathaussanierung sowie der Quartiersentwicklung in Bocholt.

Ergebnisse

Abschließend kann für Bocholt konstatiert werden, dass sich die zentrale Vision „Atmendes Bocholt“ mit ihrem Nachhaltigkeitsanspruch in den städtischen Aushandlungsprozessen als trag- und konsensfähig erwies. Für die Entwicklung Bocholts war es wichtig, dass in den Workshops der 1. und 2. Phase wie auch in den öffentlich beachteten Abschlusskonferenzen die unterschiedlichen Perspektiven von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft zum ersten Mal systematisch und erfolgreich aufeinander bezogen wurden. Geschaffen wurde damit eine städtische Infrastruktur der Strategieumsetzung (Sozialraumbezug und Quartiersorientierung) mit entsprechenden Kommunikations- und Monitoring-Funktionen.

Videos der zweiten Phase „Zukunftsstadt Bocholt 2030+“

Projekt-Atlas

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