Wettbewerb „Zukunftsstadt“: Kommt Bocholt ins Finale?

Konzept wird auf Expertenforum in Leipzig präsentiert // Zukunftsrat: „Sanierung des Rathauses als Chance sehen“

Bocholt (PID).   Am 5. und 6. Juni 2018 lädt das Bundesministerium für Bildung und Forschung nach Leipzig ein. Dort findet ein Expertenforum zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung statt. Rund 20 Kommunen präsentieren dort ihre Ideen und Visionen von der „Stadt von Morgen“. Mit dabei ist eine sechsköpfige Delegation aus Bocholt. Sie wirbt für die „Zukunftsstadt Bocholt 2030+“.

Bundesweiter Wettbewerb

Bocholt beteiligt sich bekanntlich seit 2014 am bundesweiten Wettbewerb unter dem Titel „Zukunftsstadt“. Kommunen sollen Visionen für die Stadt von Morgen entwickeln. Entscheidend ist auch, ob die Ideen auf andere Städte übertragbar sind, also als Anregung taugen. Gestartet mit rund 50 teilnehmenden Kommunen, sind jetzt, am Ende der zweiten Runde, noch rund 20 dabei. Am Ende des Jahres wird eine Jury entscheiden, welche Städte in die Finalrunde kommen. Dort winken Fördergelder in siebenstelliger Höhe zur Umsetzung einzelner Vorhaben.

Für die Städte geht´s in Leipzig nun darum, ihre Ideen zu präsentieren und die Werbetrommel fürs Finale zu rühren. Bocholts Stadtkämmerer und Projektverantwortlicher für die „Zukunftsstadt Bocholt“, Kai Elsweier, wird dabei von Berthold Klein-Schmeink (Geschäftsführer Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt), Reinhardt te Uhle (Projektmanager Zukunftsstadt Bocholt) und Stadtplanerin Odette Wiese begleitet. Wissenschaftliche Unterstützung leisten Prof Dr. Volker Rittner (Deutsche Sporthochschule Köln) sowie Mark Schwalm (Universität Wuppertal). Infos zum Forum in Leipzig unter www.fona.de/de/stadt-forscht-zukunft-14-bmbf-forum-fuer-nachhaltigkeit-vom-05-06-06-2018-in-leipzig-23026.html .

Zukunftsbüro und Bürgerbeteiligung

Bocholt stützt seine Bewerbung auf zwei Themen: Zukunftsbüro und Bürgerbeteiligung. Letztere wurde in Form von sog. Planungszellen Ende 2017 erstmalig in Bocholt durchgeführt. 80 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sowie Interessenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung (sog. Stakeholder) beschäftigten sich drei Tage intensiv mit lokalen Themen wie Verkehr, Wirtschaft, Wohnen, Freizeit, Kultur, Sport und mehr. Die Ergebnisse wurden in einem Bürgergutachten zusammengefasst. Besonders prägnante Themen wurden dann im März und April durch zwei sog. Zukunftsräte, besetzt mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Planungszellen, näher konkretisiert.

Für Bocholt in Sachsen dabei (v.l.n.r.): Berthold Klein-Schmeink (Geschäftsführer EWIBO), Stadtplanerin Odette Wiese, Kämmerer und Projektleiter Kai Elsweier, Mark Schwalm (Uni Wuppertal) und Prof. Dr. Volker Rittner (Deutsche Sporthochschule Köln). Nicht auf dem Foto: Reinhardt te Uhle, Projektmanager.

 

Rathaussanierung: Gastronomie hinter dem Theater?

Gewünscht wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Art „Zukunftsbüro“, also eine feste Anlaufstelle im Rathaus, die etwa Ideen aus der Bürgerschaft aufnimmt und koordiniert. Zudem, das wurde deutlich, wollen die Bocholterinnen und Bocholter mitreden, wenn es um lokale Themen geht. Beispielsweise bei der anstehenden, millionenschweren Rathaussanierung: Der Zukunftsrat etwa fordert, die „Sanierung als Chance zu sehen“. Bürgerdienste sollten künftig, anders als jetzt, leicht erreichbar im Erdgeschoss angesiedelt sein. Aus Sicht der Bürger ist das Rathaus am Berliner Platz mehr als eine Behörde, die Pässe und Autozulassungen ausstellt. Das Rathaus mit seinem angeschlossenen Kulturzentrum solle vielmehr zum attraktiven offenen Bürgerhaus werden, vielleicht mit einer Gastronomie auf dem Platz hinter dem Theater (dort, wo zu Kirmes das Karussell „Polyp“ steht), hieß es.

Ideen-Boxen im Rathaus

Speziell zum Thema Rathaussanierung können übrigens alle Bocholter Bürgerinnen und Bürger Ideen abgeben. Im Rathaus am Berliner Platz sind zwei Ideen-Boxen aufgestellt worden.

Hier gibt´s das Bocholter Bürgergutachten

Das Bocholter Bürgergutachten ist in schriftlicher Form im Rathaus am Berliner Platz 1 erhältlich (Information) und im Europa-Haus auf der Adenauerallee 59. Es kann zudem über den städtischen Presse- und Informationsdienst via E-Mail angefordert werden (pid@mail.bocholt.de) . Digital steht das Gutachten im pdf-Format auf dieser Projektwebseite als Download zur Verfügung.