Grünfläche Weberstraße

Planentwurf der Grünfläche an der Weberstr., welche von den Teilnehmer priorisiert wurde

Die Neugestaltung der Grünfläche an der Weberstraße vor dem Kardinal-Diepenbrock-Stift ist die erste von drei städtebaulichen Maßnahmen, welche über den Zukunftsstadtprozess begleitet werden.

Hierbei handelt es sich um eine Fläche in der nördlichen Innenstadt, der neuerdings so genannten „Altstadt“, die geprägt ist, durch einen hohen Anteil an Wohnbevölkerung. Stadtgeographisch wird dieses Viertel durch die alte, historische Siedlungsstruktur (z.B. Ostmauer etc.) geformt. In diese bettet sich nach der Verlagerung des St. Agnes Krankenhauses aus der Innenstadt an den Stadtrand das Kardinal-Diepenbrock-Stift ein, vor dessen Eingang sich eine ca. 3.050 qm große Grünfläche erstreckt.

Ziel der Neugestaltung dieser Grünfläche und die Begleitung über den Zukunftsstadtprozess ist die Aufwertung des Wohn- und Lebensstandortes in der nördlichen Innenstadt.

Erster Workshop

Anfang Juni 2019 fand der erste Workshop zu dieser Fläche in einer Art eine „Worldcafes“ statt. Rund 60 Teilnehmer*innen wurden hierbei in drei  Themengruppen aufgeteilt und über drei Beitragsrunden konnte jeder zu allen Themengruppen einen entsprechenden Input geben. Dies drei Gruppen befassten sich mit den übergeordneten Themen Integration, Bewegung/Gesundheit und Mobilität.

Zunächst wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse der Ist-Situation durchgeführt, aus der in den Folgeschritten mögliche allgemeine Maßnahmen und zielgruppenspezifische Maßnahmen entwickelt wurden.

Stärken-Schwächen-Analyse

Schwächen

  • zwei angrenzende Parkbereiche sind verkehrsintensiv und nehmen Raum für Begegnung und Bewegung sowie die Erweiterung der Grünflächen
  • vorhandenen Parkplätze werden jedoch auch als dringend erforderlich angesehen, es gibt zu wenige Anwohnerparkplätze
  • alternativ Fahrradstellplätze
  • Anbindung an den ÖPNV ist nicht direkt gegeben
  • fußläufige Erreichbarkeit kann verbessert werden
  • aktuelle Beschaffenheit und Pflasterung des Platzes ist nicht Rollstuhl-/Rollatoren-gerecht
  • für ältere Menschen nicht attraktiv, weil Sitz-/Pausengelegenheiten fehlen
  • Kinderspielbereiche sind marode und fordern nicht zum Spielen auf
  • dichtes Buschwerk verengt den Raum und lädt nicht zum Aufenthalt und Verweilen ein
  • der Bereich wird oft für das Wegwerfen von Abfall missbraucht, dies lockt Ratten an und schafft eine hygienische Problemlage

Stärken

  • Parkplätze reagieren auf den vorhandenen Parkplatzbedarf, sind für Anwohner und Besucher des Altenwohnheims wichtig
  • „Potentiale“ durch Verkehrsberuhigung
  • zentrale Lage, Platz bietet ein hohes Potential für Begegnung und Aufenthalt und bietet für verschiedene Zielgruppen und zahlreiche Funktionen für Spiel, Teilhabe und Ruhemöglichkeiten
  • Erreichbarkeit des Spielplatzes für die Kinder der Kindertageseinrichtung
  • gute Erreichbarkeit (vom Altenheim aus), zentral gelegen, gut besucht
  • altem Baumbestand wird hohe Bedeutung zugesprochen

Mögliche Maßnahmen

  • Platz durch „Entgrünung“ aufwerten
  • für Fußgänger aufwerten, neue Wegeführung
  • durch Neugestaltung der Grünflächen (Wildblumenwiese, Kräutergarten) mit Wegen und neuen Sitzgelegenheiten seniorenfreundlicher machen
  • generationsübergreifende Angebote ermöglichen, da eine Kindertageseinrichtung in unmittelbarer Nähe
  • Sitzbereiche zum Verweilen schaffen (Parkcharakter),
  • Spiel- und Bewegungsgelegenheiten für Jung und Alt (Bewegungsgeräte für Senioren, Trendsportformen für Ältere, naturbezogene Elemente des Spielens für Kinder)
  • Vorschlag zur Einrichtung eines kleinen Atriums / multifunktional nutzbaren Fläche

Zielgruppenspezifische Maßnahmen

  • Bepflanzung an Nutzung anpassen
  • „Kiss and Ride“ für die Abholer / Bringer für die Senioreneinrichtung
  • Erweiterung / Aufwertung der Spielflächen
  • Aufwertung der „Achse Straßenraum“, um zur Nutzung von fußläufigen Verbindungen einzuladen
  • kleine Wegesysteme (Rundwege) mit Sitzmöglichkeiten
  • Schaffung von Plätzen/Bänken „zum Schauen“
  • Einrichtung von „urban-gardening“-Maßnahmen zur Förderung von Interaktion von Älteren und Kindern
  • Spielmöglichkeiten für Kinder sollten auch integrative Angebote berücksichtigen und Naturerfahrungen haptischer Art möglich machen

Konsens

Die Fläche bildet grüne Insel in der Innenstadt. Die Bepflanzung soll verändert werden, weg von hohen Sträuchern, hin zu mehr offenen Grünstrukturen. Die aktuelle Situation wird geprägt durch zu viele, zu hohe Sträucher. Daher wird eine deutliche Lichtung des Buschwerks empfohlen bei weitestgehender Erhaltung des Altbaumbestandes. Die Entwicklung des Langenbergparks wurde generell als Vorbild gesehen.

 

2. Beteiligung

In der zweiten Bürgerbeteiligung, in der die Entwurfsvarianten der Stadtplanung vorgestellt wurden, entstand erneut eine Diskussion um die Entwicklung der Parkplatzflächen. Aufgrund dieser uneinheitlichen Meinung der Bürger*innen und den finanziellen Auswirkungen wurden die Parkplätze zunächst von der aktuellen Neugestaltung ausgeklammert. Allerdings wurde auf die Perspektive verwiesen, dass im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für die Entwicklung des (ruhenden) Verkehrs in den nächsten Jahren diese Flächen noch in die Neugestaltung integriert werden könnten.

Die vorgestellten Varianten wiesen unterschiedliche Wegeführungen, eine unterschiedliche Zahl an Spielpunkten und Elemente wie Blumenwiesen und Bereiche für „urban gardening“ als generationsübergreifende Aktivitätenfläche auf. Angeregt wurden weitere Optimierungen der Wegeführungen und -verbindungen, die Einbindung der Parkplätze als „Nutzfläche“ sowie deutliche Schaffung von Sichtachsen.

Mit deutlicher Mehrheit priorisierten die Besucher dieser 2. Beteiligung eine Variante mit einem größeren zentralen Spielplatz als Begegnungs- und Interaktionsraum (siehe Bild), verbunden mit der Option, eine Parkplatzfläche perspektivisch in diese Gestaltung einbinden zu können. Diese Variante ist nun eine Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln. Abhängig vom Zeitpunkt des Bescheides über diese Mittel erfolgt dann die Einbindung der Bürgerinnen in die Umsetzung der Neugestaltung der Fläche.